Foto Ausstellungskalender

Birgit Jürgenssen - Cyanotypien von 1988/89

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Galerie Winter, Breite Gasse 17, 1070 Wien

Di-Fr 11 bis 18 Uhr, Sa 11 bis 14 Uhr

Noch zu sehen bis: 04.02.2012

Birgit Jürgenssen - Cyanotypien von 1988/89
Fotocredits: Birgit Jürgenssen
Das Sonnenlicht einfangen.

Birgit Jürgenssen greift in ihren Cyanotypien ein bereits 1842 von Anna Atkins, einer Botanikerin in der Fotografie angewandtes Verfahren auf. Die Cyanotypie ist ein fotografisches Edeldruckverfahren, auch als Blaudruck, Eisenblaudruck bekannt, mit den typischen cyanblauen Farbtönen. ‘Cyan’ leitet sich vom griechischen Wort ‘kyanos’ ab, das ein tiefes, dunkles Blau - Stahlblau, Schwarzblau - bezeichnet.

Die Cyanotypie basiert auf der Lichtempfindlichkeit von auf Papier aufgebrachten Eisensalzen, die unter UV-Einstrahlung permanente, d.h. wasserunlösliche Kristalle bilden. In der Cyanotypie wird das zu belichtende Fotopapier hinter einem Negativ befestigt und über eine bestimmte Zeit mit Sonnenlicht belichtet, meist indem Fotopapier und Negativ an eine Fensterscheibe geklebt werden.

Durch Dunkelheit zum Licht.

In den Cyanotypien erscheint das Motiv nicht scharf konturiert, dennoch zeichnet sich ein heller Strich deutlich - mit exquisiter Leichtigkeit - auf dem dunklen, blauen Hintergrund ab. Die Welt erscheint uns nicht mehr im vertrauten Licht, sie scheint traumverloren schön und verklärt. Unsere einfache Zufriedenheit gerät durch die Ahnung von etwas Fernem, Unendlichen durcheinander. Natürlich will diese ideen- und assoziationsreiche, traum- und bisweilen schwindelerregende Geschichte durch unsere Erinnerungsschnipsel uns auch das Staunen lehren: das Staunen über die Technik, die Dauer der langwierigen fotografischen Prozedur.

Birgit Jürgenssen hat damit wunderbare Werke geschaffen, schimmernde Perlen im zarten Glanz, so dass Leute, die jetzt noch gar nicht auf der Welt sind, sie noch voll behutsamer Zuneigung und Erstaunen betrachten werden.

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